Fernstern



Mondfeuer / erinnerter Schein / erster Stern glühender Nacht 
alles an seinem alten irdischen Platz macht Raum
als Nebel / als Gesang / als Flussquell / als ferne Stadt
für meine Stimme zum Atmen / für meine Liebe zum Blicken

Dich erblicke ich dort und immer
wo es einsam und deshalb unteilbar schön ist
wo alles nur eingebildet scheint ohne Echo des du

Mein Ruf eilt zum Himmel,
(unten das tiefrote Wolkenband, ohne Antwort)
der Mond kommt über dem Dach hervor
mit seinem eiskalten Boden / bleibt Bild nur ohne Ton 
ungreifbar, wie alles, was im Kopf geboren wird
die blaue Nacht entsteht wieder
schwarz liegt das Meer ihr zu Füßen
überall kann ich jetzt versinken / ertrinken,
verschwinden

denn überall bist jetzt auch du
eingebildeter Mensch
 lebendig und tot / lachend und stumm

dich gibt es

nicht







San Ambrosio, 3. 1. 2004





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